Thüringer FDP zu sinkenden Immobilienpreisen:
Erfurt, 19.04.2026. Zu den aktuellen Meldungen, wonach entgegen dem Trend in Thüringen Immobilienpreise sinken, erklärt FDP-Landesvize Dirk Bergner: „Wir sehen hier mehr als nur ein deutliches Alarmzeichen, bei dem Landtag und Landesregierung entschieden gegensteuern müssen. Sinkende Preise sind ein Ausweis für sinkende Attraktivität des Standorts.“ Bergner, der selbst in der vergangenen Legislaturperiode dem Infrastrukturausschuss im Landtag angehört hatte, sieht Bedarf bei verschiedenen Stellschrauben.
Neben dem Bedarf, den Wirtschaftsstandort zu stärken, „damit nicht erst die jungen Leute wegen der Arbeit weggehen und ihnen dann die Alten wegen der Familienanbindung folgen“, sei es an der Zeit, endlich in den ländlichen Räumen den Leerstand wieder einer Nutzung zuzuführen und zugleich aber auch auf dem Land in angemessenem Rahmen die Ausweisung von Bauland zu ermöglichen: „Es hat sich als Fehler erwiesen, unter zu starrem Fokus auf das Zentrale-Orte-System von Walter Christaller in ländlichen Räumen Entwicklungen abzuwürgen.“ Auch ohne zersiedelten Landschaften das Wort zu reden, müssten Ortsentwicklungen möglich sein, die wenigstens die Einwohnerverluste der letzten dreißig Jahre ausgleichen, so der Liberale, der selbst zehn Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Hohenleuben war. Christaller, der erst Kommunist und dann als Nationalsozialist sein Konzept als die Umsetzung des Führerprinzips in der Raumordnung anpries, um dann wieder zu den Kommunisten zurückzukehren und später zur SPD übertrat, hatte im Auftrag der Nazis erst mit seinem Konzept die in Polen eroberten Gebiete neu gegliedert und nach dem Krieg im Auftrag der polnischen Kommunisten geholfen, die ehemaligen deutschen Ostgebiete neu zu gliedern. „Da sollte man heute schon mal darüber nachdenken, ob die Konzepte jener Zeit einer kritischen Überholung bedürfen.“, so der Liberale.
Ländliche Räume zu stärken, bedeute mit Blick auf Digitalisierung, Homeoffice und Nutzung von Gewerbestandorten auf dem Land, den Druck wegen Baulandmangels im urbanen Bereich zu mindern: „Firmenstandorte ohne Stau auf dem Weg zur Arbeit und ohne Stau bei der Auslieferung von Produkten haben schon auch einen Mehrwert für Unternehmen.
Zugleich habe sich als Fehler erwiesen, die Grunderwerbssteuer nur halbherzig zu senken. Die FDP hatte in der vergangenen Legislaturperiode im Landtag gefordert, wieder auf den ursprünglichen Satz von 3,5% zurückzugehen. Dieser Antrag fand keine Mehrheit, erst später wurde dann auf 5% abgesenkt. „Gerade in der Nähe zur bayrischen Landesgrenze ist eine höhere Grunderwerbssteuer ein echter Standortnachteil.“, sagt Bergner, der selbst Bauingenieur ist. „Dadurch, dass die Grunderwerbssteuer nicht nur auf das Grundstück zu entrichten ist, sondern auch auf darauf befindliche Gebäude, können anderthalb Prozentpunkte schon eine Kaufentscheidung beeinflussen.“, begründet der stellvertretende FDP-Landesvorsitzende seinen Vorstoß abschließend.